SP Schweiz heisst schlicht «Ja»
Mi, 1. Juli 2009

Mit einem neuen Logo gewinnt man keine Wahlen. Natürlich nicht. Wahlen gewinnt man mit einer überzeugenden, einfach formulierten Botschaft: Bei der SVP wäre das dann ,,Ausländer raus!\", bei der CVP ,,UBS Schmiergelder rein!\", beim Freisinn wohl in etwa ,,Krise? Unsere Villen stehen noch!\". Die SP Schweiz hat vergangenen Samstag ihren neuen Auftritt vorgestellt: Das Logo ist schlicht rot, der Slogan so kurz, wie man es sich nur denken kann: ,,JA!\". Was, also, soll das heissen?

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz wurde 1888 gegründet. Damals zur Zeit der grossen Landflucht war das Elend unter den Arbeiterfamilien in den Städten enorm, die hygienischen Zustände katastrophal. Und trotzdem ist eine kleine Gruppe aufgestanden und propagierte einen Traum: ,,Ja, eine andere Welt ist möglich. Ja, soziale Sicherheit für alle ist möglich. Ja, Vollbeschäftigung ist möglich, ja, gleiche politische Rechte für alle Menschen, für Männer wie Frauen sind möglich.\" Zuerst wurden sie ausgelacht. Sie haben für ihre Ideale gekämpft und einige haben 1918 während dem Generalstreik sogar mit ihrem Leben dafür bezahlt. Aber der Kampf hat sich gelohnt: 1945 wurde die AHV eingeführt, 1971 endlich das Frauenstimmrecht verwirklicht und seit 2005 haben wir einen Mutterschaftsurlaub. Ohne die SP wäre keines dieser Projekte Wirklichkeit geworden. Die SP war und ist die Partei des Fortschritts.

Heute stehen wir wieder vor einer Krise für die breite Bevölkerung. Drohender Verlust der Arbeit, Sozialabbau, explodierende Lebenshaltungskosten wie beispielsweise bei den Krankenkassenprämien. Und damit nicht genug: Das neoliberale Wirtschaftsmodell ist am Boden, das Zeitalter der fossilen Energie fast zu Ende und wir haben den Turnaround immer noch nicht geschafft. Vielleicht lachen sie auch jetzt wieder, wenn wir sagen: ,,Ja, der ökologische Umbau der Wirtschaft ist möglich, ja, neue Arbeit für alle ist möglich, ja, ein Ausbau der sozialen Sicherheit ist nötig und möglich, ja, gerechte Löhne für alle sind möglich.\" Ja, weil wir immer noch an eine bessere Welt glauben. 


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